Interview mit Bernd Schürmann

Am Dienstag, den 12. Juni fand ein Gespräch mit Bernd Schürmann, Ergotherapeut in der geriatrischen Abteilung der Sana Kliniken Duisburg und Katharina Kleemann von De BeleefTV statt.

Die Sana Kliniken in Duisburg hatten den digitalen Aktivitätstisch De BeleefTV im Mai für eine Probewoche. Im Gespräch berichtet Bernd Schürmann von der „Brücke zu den Demenzpatienten“ durch den Einsatz von De BeleefTV und den durchweg positiven Rückmeldungen all seiner Kollegen aus der Geriatrie.

Wie haben Sie De BeleefTV kennengelernt?

Bei einer Fortbildungsveranstaltung über Demenz hat eine Kollegin De BeleefTV zum ersten Mal gesehen. Die Veranstaltung wurde im März von der Alzheimer-Gesellschaft Duisburg organisiert und fand im Fraunhofer-in Haus-Zentrum statt. Dort war ein kleiner Stand aufgebaut, über den man miteinander ins Gespräch gekommen ist. Meine Kollegin hatte mir daraufhin die kostenlose Probewoche empfohlen und wir haben direkt angerufen und einen Termin ausgemacht.

Was war für Sie der Beweggrund De BeleefTV in einer Probewoche auszutesten?

Die Sana Kliniken in Duisburg sind sensibilisiert auf Menschen mit Demenz.  Ältere Menschen sind häufig demenziell verändert. So haben wir im De BeleefTV die Möglichkeit gesehen, unsere Spezialisierung im Umgang mit dementiell veränderten Menschen zu intensivieren.

Welche Rückschlüsse ziehen Sie, nachdem Sie den digitalen Aktivitätstisch nun eine Woche ausprobieren konnten? Wie hat Ihnen De BeleefTV gefallen?

Wenn wir den Menschen vom ganzheitlichen Ansatz betrachten, so können wir es mit De BeleefTV schaffen, ihn auf der emotionalen Ebene anzusprechen. So bekommen wir einen vereinfachten Zugang zu Patienten und dies hat positive Auswirkungen auf den gesamten Therapieprozess, bei dem es auch immer auf die Interaktion zwischen dem Therapeuten und dem Patienten ankommt.

Ich hatte den Eindruck, dass die Akzeptanz bei dem Patienten bzgl. der therapeutischen Angebote durch den Einsatz von De BeleefTV  steigt, weil der Patient sich heimischer fühlt und die Sterilität eines Krankenhauses dadurch ein wenig „aufgebrochen“ wird.

Welchen Mehrwert sehen Sie insbesondere für die Geriatrie?

Wir haben die Aufgabe den Demenzpatienten dort abzuholen, wo er gerade steht. Im Umgang mit Menschen mit Demenz sind besonders Validation, bzw.  eine angepasste Kommunikation wichtig. Der digitale Aktivitätstisch ist ein weiteres Modul, das diese Zielsetzung verfolgt.

Wie haben Sie selbst die Probewoche erlebt? Gab es einen Moment, der Sie besonders berührt hat?

Bei der Probewoche habe ich viel Wert darauf gelegt ein breites Spektrum von Patienten mit unterschiedlichem, dementiellem Schweregrad anzusprechen.

Sowohl aus der Tagesklinik als auch aus dem stationären Bereich der Geriatrie kamen einheitlich gute Rückmeldungen.
Insgesamt hat uns die Probewoche mit De BeleefTV sehr gut gefallen.

Persönlich erinnere ich mich gerne an eine Patientin mit einer erheblich fortgeschrittenen Demenz. Normalerweise fiel sie besonders dadurch auf, dass sie im Aufenthaltsbereich der Station saß und monotone Geräusche von sich gab. Es war schön zu erleben, wie sie sich durch die Aktivität mit De BeleefTV veränderte und Erinnerungen in ihr geweckt wurden. Dank des „digitalen Xylophons“ kam heraus, dass Sie früher Akkordeon gespielt hat. Sie versuchte Töne wiederzuerkennen und miteinander zu vergleichen. So kam sie aus ihrer Monotonie heraus, ihre Augen klarten auf und sie strahlte vor Glück.

Sana Kliniken Duisburg