Interview mit Wolfgang Gröting

Das Fraunhofer-inHaus-Zentrum und De BeleefTV forschen seit dem 01.01.2019 gemeinsam unter dem Stichwort „connected HealthCare.“ Das Thema Demenz ist ein Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten zu Gesundheit und Pflege des Fraunhofer-inHaus-Zentrums. Im Rahmen der Partnerschaft forschen die Partner in Zukunft gemeinsam an innovativen Konzepten in der Pflege. Das Fraunhofer-inHaus-Zentrum hat hierfür eine Innovationsplattform mit mehreren Start-Ups geschaffen, auf der sich alle gegenseitig befruchten sollen und ein Mehrwert für alle Beteiligten entsteht. Die Kooperation mit De BeleefTV und dem Fraunhofer-inHaus-Zentrum wurde zunächst für zwei Jahre geschlossen.

Am 11. März fand mit Wolfgang Gröting, dem Leiter des inHaus-Zentrums ein Interview zur zukünftigen Zusammenarbeit mit De BeleefTV statt.

Was waren die Beweggründe für die Partnerschaft mit De BeleefTV?

Der wichtigste Grund für mich war, dass De BeleefTV kognitiv eingeschränkten Menschen und Menschen mit Demenz helfen will. Hierfür bringen Sie ein innovatives Produkt auf den deutschen Markt, was es so oder so ähnlich noch nicht gibt. Ein weiterer wichtiger Beweggrund war sicherlich auch die Tatsache, dass De BeleefTV ursprünglich aus den Niederlanden kommt. In den Niederlanden und Belgien wurde das Produkt schon erfolgreich eingeführt. Unser Nachbarland ist tendenziell bei Technologien für ältere Menschen weiter und offener als wir in Deutschland.

Besonders gut gefällt mir auch, dass De BeleefTV eine bestehende Produktidee angepasst und damit einer neuen Zielgruppe – älteren und pflegebedürftigen Menschen – zugänglich gemacht hat. Es ist quasi ein übergroßes Tablet, welches Dank seiner Barrierefreiheit, der ausgesprochenen Nutzerfreundlichkeit, seiner Robustheit und der großen Bedienoberfläche auch von älteren Menschen ohne Probleme zu bedienen ist.

Für kognitiv eingeschränkte Menschen ist De BeleefTV der Zugang zur digitalen Welt. Angefangen bei den verschiedenen Applikationen, welche auf spielerische Art und Weise eine kognitive Stimulation erzeugen, bis hin zum vorinstallierten Internetexplorer, der das Surfen im Internet ermöglicht.

Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit mit De BeleefTV?

Zunächst einmal erhoffe ich mir neue, frische Impulse aus dem benachbarten Ausland, wie man Patienten mit Demenz helfen kann. Dann wünsche ich mir, dass wir durch unsere gemeinsame Forschungsarbeit De BeleefTV weiterentwickeln können.

Außerdem erhoffe ich mir durch die Kooperation und im Rahmen unserer Innovationsplattform, mit weiteren Unternehmen ins Gespräch zu kommen und neue Partnerschaften schließen zu können, um Lösungen für Demenz aufzugreifen und weg von den Insellösungen zu kommen.

Was glauben Sie ist der Mehrwert des De BeleefTVs für Pflegeeinrichtungen in Deutschland?

De BeleefTV ist eine innovative Komponente, um sich mit kognitiv eingeschränkten Menschen auf eine neue Art und Weise auseinanderzusetzen. Ich habe einmal ein Demenzcafé besucht und dort für die Betroffenen Witze vorgelesen – das ist eine immer noch schöne, aber auch alte Lösung, um diese Menschen zu erreichen. De BeleefTV bietet eine erweiterte Möglichkeit die Menschen dort kognitiv abzuholen, wo sie gerade stehen.

Das System ist zielgruppengerecht aufgebaut. Dank der verschiedenen Niveaus können die einzelnen Spiele sehr anspruchsvoll gestaltet werden, oder eben recht einfach bleiben, je nachdem, wo sich der jeweilige Betroffene befindet. Insgesamt ist das Produkt universell einsetzbar, mit vielversprechenden Möglichkeiten für die Zukunft.

Wie kommt De BeleefTV am besten in den Pflegealltag, sodass dieser Mehrwert in den Einrichtungen geschöpft werden kann?

Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die De BeleefTV in den Niederlanden und in Belgien bereits gewonnen hat, möchten wir in Deutschland nun gemeinsam für die Weiterentwicklungen des Produkts nutzen. Dabei begleiten und unterstützen wir De BeleefTV sehr gerne und helfen bei der wissenschaftlichen Untermauerung der bisherigen Erkenntnisse.

Zu unseren Führungen durch die Anwendungslabore des Fraunhofer-inHaus-Zentrums kommen unter anderem Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen sowie aus Krankenhäusern und Pflege- und Seniorenheimen. Zudem können wir einen relativ hohen Forschungsanteil verzeichnen – Professoren, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter besichtigen regelmäßig das inHaus-Zentrum.  Darüber hinaus verfügen wir beim Fraunhofer-inHaus-Zentrum über ein enormes technisches Know-how und ein Netzwerk aus Industrie, anderen Forschungsinstituten und der Uni Duisburg-Essen – das wird bei der Weiterentwicklung von De BeleefTV sicher auch hilfreich sein.

Wolfgang Gröting -© Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Fraunhofer-inHaus-Zentrum-© Robert Dinkelbach